Rasseportrait
"Französische Bulldogge"

Geschichte und Herkunft
Wie alle Hunderassen ist auch die Französische Bulldogge durch Kreuzung verschiedener Rassen entstanden. Wichtiger Bestandteil dieses Zuchtergebnisses waren leichte Exemplare der Englischen Bulldogge, die damals in Gewichtsklassen gezüchtet wurde und die von der heutigen Erscheinung dieser Bulldogge deutlich abwich. Diese sehr leichten Hunde wurden damals gern an französische Hundeliebhaber verkauft, so dass sich hier ein leichter Bulldoggenschlag ausbildete. In England entstand durch die Liebhaber der kleineren leichten Bulldoggen der Toy Bulldog Club in dem schon Toy Bulldogs mit Stehohren vorkamen, wie sie dann für die Französische Bulldogge typisch wurden.
In Frankreich hatte in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts der leichte Typ der Bulldogge im Großraum Paris viele Liebhaber. Einige hier gezüchtete Hunde fanden sogar den Weg zurück nach England, um dort die Toy-Bulldog-Zucht zu unterstützen. In Paris kreuzten dann kleine Züchter aus eher einfachen Verhältnissen heimische Hunde aus dem Terrier-/Griffon-Bereich ein und schufen überraschend schnell einen kleinen Molosserhund mit auffallenden Stehohren, der sich in Temperament und Erscheinungsbild deutlich gegen die Bulldogge abgrenzte.
In Paris wurde 1880 der erste Rasseverein gegründet, die ersten Zuchtaufzeichnungen datieren von 1885, und 1887 wurde der erste Hund ausgestellt. 1898 wurde der erste Rassestandard formuliert, und im gleichen Jahr wurde die Französische Bulldogge von der Societé Centrale Canine als Rasse anerkannt.
Wichtiger Einfluss auf die Zucht kam von außen. Amerikanische Hundeliebhaber entdeckten die neue Rasse in Paris und brachten die ersten Hunde in die USA. Die Hundeliebhaber aus der Oberschicht waren begeistert, und die Nachfrage nach Welpen war so groß, dass Welpenaufkäufer nach Paris geschickt wurden und stattliche Preise für Ausstellungshunde gezahlt wurden. Beeindruckend ist, dass die amerikanischen Fotos der damals importierten Hunde zeigen, dass das Erscheinungsbild der Französischen Bulldogge in den letzten 100 Jahren nahezu stabil geblieben ist. Auch die Farbpalette des Haarkleids entspricht der des aktuellen Standards. Schon damals finden wir gestromte Hunde, Schecken und Fawns.
In Deutschland ist die Zuchtgeschichte der Französischen Bulldogge eng verbunden mit dem Wirken von Max Hartenstein in Berlin und den erfolgreichen Bemühungen des Internationalen Klub für Französische Bulldoggen (IKFB), der 2009 sein hundertjähriges Jubiläum feiern konnte.

Die Französische Bulldogge ist ein kleinformatiger Molosserhund mit kurzem, gedrungenem Körperbau. Sie ist ein muskulöser Hund mit solidem Knochenbau, stumpfnasigem Gesicht, Stehohren und natürlicher Kurzrute.
Typisch ist ihr lebhaftes, aufgewecktes Verhalten und verspieltes, fröhliches Wesen.
Der Kopf ist quadratisch mit symmetrischen Falten, die Stirn breit und gewölbt, die Nase kurz, die Kiefer sind breit und kräftig. Der Unterkiefer endet vor dem Oberkiefer und schließt so, dass Ober- und Unterlefze aufeinander treffen und die Zähne völlig bedecken.
Die Ohrmuschel ist nach vorn geöffnet, das mittelgroße Ohr ist am Ansatz breit und an der Spitze gerundet. Die runden Augen sollen von dunkler Farbe sein.
Die Rückenlinie steigt bis zur Lende und fällt dann bis zur Rute rasch ab. Diese verjüngt sich zum Ende hin und muss selbst in der Bewegung unterhalb der Horizontalen bleiben. Die untere Profillinie ist aufgezogen, die Gliedmaßen sind gerade, kräftig und muskulös. An der Hinterhand darf von Geburt an keine Afterkralle sein.
Das dichte, weiche Kurzhaar erscheint in den Farbschlägen gleichmäßiges Fauve, gestromt oder ungestromt, mit begrenzter, mittlerer oder überhand nehmender Scheckung. Danach unterscheidet man gestromte Hunde, Schecken oder Fawns. Bei den Fawns sind alle Abstufungen von "Rot" bis "Milchkaffee" zulässig.